Kalk ist in der Geschichte allgegenwärtig. Die ältesten Bauten in denen Kalk als Putz, Mörtel oder Bodenbelag nachgewiesen werden konnte, sind auf ca. 14000 vor Christus datiert….
Auch in den „Antiken“ in China (~1000 v.Chr.), Indien (~3500 v.Chr.), Süd- und Mittelamerika (1100 v.Chr.), im mittleren Osten (7500 v.Chr.) und in Europa wurde Kalk als Baustoff verwendet.
Freskomalerei, das Eintragen von Pigmenten in den frischen Putz, sind beispielsweise in Çatalhöyük in der Türkei, datiert auf ca.7500 v. Chr., zu finden, ebenso natürlich die Fresken in Pompeji. Wo mit Kalk gebaut wurde, lassen sich in der Regel auch Fresko-Malereien bewundern.
Ebenso sind viele der späteren, beeindruckendsten Werke mit Kalk gebaut, die meisten bzw. bekanntesten sind aus der Römerzeit: Das römische Strassennetz, Hafenmauern am Mittelmeer, das Pantheon, die berühmten Aquädukte sind nur ein paar Beispiele aus der Römerzeit, die mit Kalk realisiert wurden.
Der „Trick“ bei diesen epochalen Konstruktionen bestand in der Zusammensetzung: Mit Branntkalk, geeigneten Sanden und Puzzolane verstanden es die damaligen Baumeister, mit Kalk Materialien zu produzieren, die soviel mehr konnten als das Material an sich. Je nach Zusammensetzung der Zuschlagsstoffe wurde zur Zeit des Römischen Reiches beispielsweise Hafenmauern gebaut, die bis heute halten…
Auch das einlagern von gelöschtem Kalk sei von den römischen Baumeistern entwickelt worden, der Kalk wird durch die lange Lagerung geschmeidiger und besser in der Wasseraufnahmefestigkeit…
Erst neuere Forschungsarbeiten und modernste Technik haben viele der Geheimnisse des römischen Beton lüften und auch teilweise überlegene Eigenschaften gegenüber Zement nachweisen können.
Übrigens entsprechen die Rezepturen für die historischen (römischen) Putze dem historischen sogenannten Kalkspatzenputz.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit kennen Sie schon das eine oder andere historische Gebäude mit einem jahrhunderte alten Verputz?