Vorher Neuschnee, nachher Glasklar – Stuckrestauration

Nach einigen Dekaden einfacher Renovationen sieht ein historischer Stuckstab ja ungefähr so aus:

Es sind einige Schichten Leimfarbe (vor allem in den schwer zugänglichen Ecken, auf den Flächen wird Leimfarbe ja vor einem Neuanstrich weitestgehend wieder entfernt), und viele Schichten Dispersionsfarbe, die, weil sie irreversibel ist, jedesmal überstrichen wird, bis, naja, so ein Stuck halt etwas eigenartig auszusehen beginnt.

Die früher eingesparten Arbeitsstunden (Dispersion statt Leimfarbe gleich kein Abwaschen mehr) kommen ab einem gewissen Moment geballt auf die Bauherrschaft zu: Alles neu oder in mühseliger Kleinarbeit wiederherstellen… Ich wage die Prognose, dass das Wiederherstellen den Zeitaufwand bei Weitem übersteigt. Teuerung schon gar nicht mit eingerechnet.

Auf der anderen Seite tritt dadurch auch ein gewisser Aaaah! und Ooooh!-Effekt auf, sobald die ursprünglichen Konturen wieder zum Vorschein kommen, was wiederum grosse Freude macht:

Bemerkenswerte Anekdote: Die Kamera ist mit dem Stuck im Ist-Zustand nicht klargekommen, der Autofokus wusste nicht wohin… Ob das nach der Restauration (wenn der Zierstab glasklar und wieder schön weiss ist) auch noch so sein wird? Und – ob das Titandioxid der modernen Farben daran Mitschuld ist? Ich bin gespannt!

Maler / Gestalter HfG

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