Sumpfkalk

Ostuni - Citta Bianca
Ostuni - Citta Bianca - Sumpfkalk

Ostuni – Citta Bianca

Kennen Sie diese wunderschönen Abende im Süden, an denen die Dörfer bis fast in die Nacht noch schneeweiss aus der Landschaft leuchten?

Dieser Effekt kann nur mit der Lichtbrechung von echtem Sumpfkalk erreicht werden. Aus der Nähe betrachtet hat (reiner) Kalk immer eine warmweisse Nuance, die bis ins „Eierschalen-Weiss“ reichen kann.

Die Bezeichnung «Sumpfkalk» rührt von der alten Technik des Einsumpfens von Brandkalk, also der Aufschlämmung oder Suspension von Löschkalk (Calciumhydroxid) in Wasser. Durch die Reaktion mit dem Wasser kristallisiert der Kalk in einem langsamen Prozess, die Kristallstruktur wird dabei immer feiner, es bilden sich Sekundärkristalle aus etc.

Bis aus Löschkalk brauchbarer, hochwertiger Sumpfkalk entstanden ist, vergehen mindestens 6 Monate, gute Qualitäten sind mehrere Jahre alt. Für Restaurationen und beste Ergebnisse verwendeter sogenannter Kirchenkalk dagegen ist 15 bis 25 Jahre in der Grube!

Erst durch den fortgeschrittenen Kristallisationsprozess ist das Material verarbeitbar, die Kristallstruktur muss fein genug sein für eine gute Haftung mit dem Untergrund, ebenso für den für guten Kalk so typischen «Kalk-Lüster»: Ein feinkristalliner, kaum sichtbarer Glanz sowie die unnachahmliche Lichtbrechung.

Ein guter Kalk-Anstrich muss allerdünnst aufgetragen werden, und die Kalkmilch darf nicht zu schnell trocknen. (Es darf nicht zu heiss sein, nicht zu trocken, und der Untergrund darf nicht zu stark saugen. Die korrekte Applikation eines genügend lang gelagerten Sumpfkalkes resultiert in einem stabilen, wischfesten, lebendigem, durch die Untergrundbeschaffenheit und Verarbeitung gezeichnetes Strukturbild. Weitere Anstrichschichten dämpfen diesen Effekt.

Da auf dem Markt nicht besonders genau zwischen Sumpfkalk und Weisskalkhydrat unterschieden wird, sollte auf die Deklaration «Sumpfkalk» geachtet werden. Weisskalkhydrat ist raumklimatisch weitgehend dasselbe (es ist äusserst dampfdiffusions-offen, alkalisch und insofern antibakteriell, absorbiert Atmosphärengifte etc., aber die kristalline Struktur kann nicht dieselbe sein: Weisskalkhydrat wird industriell in grossen Mengen hergestellt für Wandfarben dispergiert.

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