Glossar

  • 11.092 Bleu Charron Foncé
    Ein herrliches Orientblau, blauglasierten türkischen Fliesen nachempfunden. Referenz: Paul Baumann, Farbtonkarten System Prase, 1928Farbfunktion: Konstruktiv Wirksamkeit: in jedem Licht überzeugendBlaue Farben wie diese, mit einem Hang zum Roten und Grünen, die dicht wirken und im Raum nicht zurückweichen, sind selten. Sie festigen die Fläche und entwickeln eine Präsenz, signalisieren Tragfähigkeit. Das passt zu Haustüren oder Treppengeländern, die einladend und vertrauenerweckend sein sollen. Mit Sicherheit kannte Le Corbusier diese Wirkungen, denn eine sehr ähnliche Farbe fand sich an der Eingangstür und an allen Treppengeländern seines Frühwerks Maison Blanche.Farbnamen, Texte, Farbbezeichnungen und Farbgeschichten © kt.COLOR AG
  • 04.004 Ultramaringrün
     Nun scheint das Blau sich zu erneuern, um sich nah bei Grün zu erfreuen. Dynamische Licht- und Schattenfarbe, für Aussenräume nicht geeignet.Die auffallende, hintergründig wirksame Faszination des Ultramarinblaus bleibt dem -grün erhalten. Im Wissen darum, dass alle Ultramarinfarben im Schatten eine zuverlässige, ihnen eigene Leuchtkraft entwickeln und das grün im Grunde mehr blau als grün ist, kann die Architektur es an Flächen gebrauchen, an denen andere tiefgrüne Farben ihre Wirkung verfehlen. Das Pigment wird eigens für [kt.color] in Österreich hergestellt. (Hans Kittel, Pigmente, 1960)Farbnamen, Texte, Farbbezeichnungen und Farbgeschichten © kt.COLOR AGUltramaringrün (kieselsäurearmes Ultramarin bzw. eine Vorstufe von Ultramarinblau) ist tauglich für Leim, Öl, Kalk, Acryl und Aquarell. Zwischen 1840 und 1960 hergestellt, sind nur noch Restbestände vorhanden.Es entsteht durch die Vereinigung eines Gemisches aus weichem Ton, Glaubersalz (Natriumsulfat), Aktivkohle, Soda und Schwefel. Zunächst ist es weiß, wenn es nach Zugabe des Schwefels erhitzt wird, schlägt es rasch nach grün um (Grünes Ultramarin). Nach dem Ausbrennen des Gemisches entsteht das blaue Ultramarin.
  • 08.004 Jaune ocre
    Referenz: Le Corbusier, Farbprobe Maison Blanche, 1912 Farbfunktion: Dynamisch Wirksamkeit: In jedem Licht überzeugend Fassadeneignung: Nein, nur für InnenräumeEin geniales Gelb, denn es verbindet Licht und Schatten und Stille miteinander.Das tiefe, leuchtende Ockergelb geht auf Le Corbusiers Arbeitszimmer in der Maison Blanche zurück. Die Rezeptur setzt sich aus Ocker, Umbra und einem kräftig leuchtenden Gelb zusammen. Aufgrund des hohen Grauanteils wirkt das tiefe, undurchdringliche Ockergelb im Schatten freundlich und wärmend.Die gelben Flächen der Wände grenzen hier an tiefblaue, weisse, umbrabraune und hellgraue. Jeder Zweiklang stärkt die harmonische, sonnige Wirkung des Jaune ocre, die Farbkomposition erinnert an eine natürliche Landschaft.Das Ergebnis ist harmonisch und wohltuend – es verbindet eine gelbe Farbe (Licht) mit einem hohen Schattengehalt (Stille) und natürlichen Mineralien (Vollkommenheit).Farbnamen, Texte, Farbbezeichnungen und Farbgeschichten © kt.COLOR AG
  • 12.041 Noir Ombre Brulé 90
    das dunkelste Rot-Braun aus der Reihe «Colourful Black» von kt.color.Referenz: Hella Jongerius Konstruktive Schattenfarbe, nicht für Aussenräume geeignet.Dies ist eine «konstruktive Schattenfarbe», d.h. sie wirkt auf schattigen Flächen am besten, ihr lebhaftes Rot schimmert geheimnisvoll aus dem Dunklen heraus.Colorful Black ist eine Reihe von 16 dunklen Bunttönen, die 2012 in Zusammenarbeit mit Hella Jongerius entstanden sind.Farbnamen, Texte, Farbbezeichnungen und Farbgeschichten © kt.COLOR AG
  • 12.048 Noir turquoise 85
    Referenz: Hella Jongerius, Colourful blacks, 2012 Farbfunktion: konstruktiv Wirksamkeit: im Schatten stark Fassadeneignung: nicht geeignetEin jubilierendes Schwarz, das die Fantasie beflügelt.«Die Sonne lehrt alle Lebewesen die Sehnsucht nach dem Licht. Doch es ist die Nacht, die uns zu den Sternen erhebt». [24] Man kann Khalil Gibrans Gedanken auch auf dunkle Farben wie Noir turquoise beziehen. Ein Hintergrund aus dieser Farbe ist so dunkel, dass sich alle helleren Gegenstände hervorheben. Dies ist eine Farbe, die Mensch und Objekt zu tanzenden Sternen im Raum werden lässt.Farbnamen, Texte, Farbbezeichnungen und Farbgeschichten © kt.COLOR AG
  • 13.023 Dunkeltürkis
    Zwischen Grünschwarz und Dunkelblau, wie das Meer in grossen Tiefen.Referenz: IG Farben, Indanthren-Färbung, 1925 Farbfunktion: konstruktiv Wirksamkeit: in jedem Licht überzeugendDiese stattliche Farbe steht am Anfang einer Serie von nützlichen Graublautönen, die Dunkeltürkis, Bergblau, Dunstblau und Himmelgrau erfasst. Der erste Vorläufer dieser dunklen Farbe war Indigo, ein Pflanzenfarbstoff aus Indien. Ab 1901 haben lichtechte, von BASF patentierte Indanthren-Farbstoffe den Markt erobert. Eine Indanthrenblau- und Indanthrenbrillantgrün-Mischung wie diese stiess bei Färbern und Malern als warmes Dunkelblau auf Wohlgefallen. Wem KT 10.003 Paynes Grau zu blau ist, der sollte Dunkeltürkis prüfen.Farbnamen, Texte, Farbbezeichnungen und Farbgeschichten © kt.COLOR AG
  • 07.055 Loos Violett
    Referenz: Adolf Loos, Villa Müller, 1930 Farbfunktion: dynamisch Wirksamkeit: in jedem Licht überzeugend Fassadeneignung: nicht geeignetEine magische Farbe - früh am Morgen zuerst noch blau, erscheint sie abends lila.Adolf Loos setzte 1930 eine mit Krapplack und Ultramarinblau beschichtete Tapete der Firma Salubra in der Villa Müller in Prag ein. Die Mischung der zwei geschätzten Pigmente mit Kreide zur Erzeugung eines schönen Violetts war schon in der Renaissance bekannt. Überraschend war, dass Adolf Loos, deklarierter Gegner «zweckloser» Dekorierung, Tapeten einsetzte. Violette Farben reagieren empfindlich auf Änderungen im Licht und kippen leicht ins Braune. Diese Gefahr ist bei Loos Violett durch den Ultramarinblauanteil ausgeschlossen.Farbnamen, Texte, Farbbezeichnungen und Farbgeschichten © kt.COLOR AG
  • 08.007 Ombra 272 Cipro
    Referenz: Béatrice Weber, 2008 Farbfunktion: Konstruktiv Wirksamkeit: In jedem Licht überzeugend Fassadeneignung: GeeignetEine Farbe wie Gaia, die Erde, Schwester des Eros, Mutter aller Farben.Besonders wertvolle Umbrapigmente wie das hier verwendete kommen von der Insel Zypern. Diese Umbren sind tiefer und geschmeidiger als andere Sorten, weshalb bereits die Künstler im Mittelalter sie für ihre Darstellungen von Schatten suchten. Wie eine Erdmutter wirkt sich Ombra 272 Cipro harmonisierend auf die Umgebung aus. Fast jeder Farbe in ihrer räumlichen Nachbarschaft verhilft sie zu einer schöneren Ausstrahlung – das macht sie zu einer Alleskönnerin der Architekturfarben.Farbnamen, Texte, Farbbezeichnungen und Farbgeschichten © kt.COLOR AG
  • 08.013 Terre d'Ombre Brulée Pâle
    Referenz: kt.COLOR, 2008 Farbfunktion: Atmosphärisch Wirksamkeit: in jedem Licht überzeugend Fassadeneignung: GeeignetWie die Farbe des Sandstrands, der zum Barfusslauf im Dämmerlicht verführt.Hier liegt eine Aufhellung einer gebrannten Umbra vor, die weicher als ein feingekörnter Sand ist. Sie wirkt wie Samt in der Farbe des Sandes. Zart graubraunbeige Farben wie diese wirken in jedem Zusammenhang harmonisch und integrativ. Sie erzeugen eine diskrete Atmosphäre und lenken die Aufmerksamkeit auf die bunteren Flächen und Körper in ihrer Nähe.Farbnamen, Texte, Farbbezeichnungen und Farbgeschichten © kt.COLOR AG
  • 10.003 Paynes Grau
    Referenz: Ausstellung Günther Förg, Fondation Beyeler, 2010 Farbfunktion: konstruktiv Wirksamkeit: in jedem Licht überzeugend Fassadeneignung: nicht geeignetDas matte Blaugrau von William Payne, der damit geheimnisvolle Stimmungen erzeugte.Der englische Maler William Payne (1760-1830) verwendete in seinen Landschaftsbildern eine Farbe, die aus Pariserblau, Karminrot und Ocker bestand. Sein Farbenhersteller Windsor & Newton erarbeitete für ihn ein Rezept und brachte «Paynes Grau» in den Handel, wo das bunte Grau sich bald als Klassiker etablierte. Die komplexe Zusammensetzung führt zu einer Farbigkeit, gegen die sich unbunte helle Farben, leuchtende Gelb- und Rottöne sowie Naturhölzer wie Eiche und Esche wunderschön absetzen.Farbnamen, Texte, Farbbezeichnungen und Farbgeschichten © kt.COLOR AG