Hiroshi Sugimoto

Hiroshi Sugimoto

Äusserst empfehlenswert, und in Tiefe, Substanz und Stille einem Mark Rothko oder Gerhard Richter durchaus ebenbürtig sind die Arbeiten von Hiroshi Sugimoto.

Ich bin zwar in Sachen Kunst / Fotografie nicht besonders bewandert, aber Hiroshi Sugimoto hat mich mit seinen Arbeiten wie nur Wenige vor ihm berührt. Die Werke sind zuallererst unglaublich schön und perfekt ausgeführt. Bei der Betrachtung der Themen – er verfolgt jeweils über längere Strecken ein ganz bestimmtes Thema – versinkt man in eine tiefe, stille, klare und äusserst fein abgestimmte Gedankenwelt.

Seascapes

Insbesondere die Serie «Seascapes» ist von unglaublicher Dichte und auf die ursprünglichsten Ursprünge reduziert: Wasser und Luft. Hiroshi Sugimoto hatte sich die Aufgabe gestellt, die Welt so darzustellen, wie sie vor der Ankunft des Menschen ausgesehen haben könnte, und diese Landschaften in den Meeren gefunden. Er selber sagt dazu, er habe sich auf das Aller-Wesentlichste fokussieren wollen, aus Wasser und Luft sei ja schliesslich alles Leben auf Erden entstanden…

Theaters

Oder die Serie «Theaters», Fotografien vergangener Kinosäle, die er im Licht eines Spielfilms aufgenommen hat (genau, während der Dauer eines ganzen Spielfilmes hat Hiroshi Sugimoto belichtet, und den Film als einzige Lichtquelle benutzt), ist von ähnlicher Stille und Konsequenz, jedoch zwangsläufig mit weniger fundamentaler Tiefe. Dafür fühlt man das leise, kaum merkbare Lächeln über Sugimotos Lippen huschen. Die Serie ist in einem feinen Gleichgewicht zwischen der feinen Ironie der Komposition und dem durch die konsequente Haltung und perfekte Ausführung getragenen Respekt der altehrwürdigen Sääle gehalten.

Colors of Shadow

Ebenfalls hochabstrakt und mit experimentellem Unterton ist seine Serie «Colors of Shadow», minimalistische Licht-Aufnahmen. Sugimoto hat das Sonnenlicht in 3 verschiedenen Winkel (90°, 55°, 35°) in ein Prisma einfallen lassen und die an die Wand projizierten Lichtbrechungen festgehalten. Für diese Arbeit hat er die Räume in einer Dachwohnung in Tokio mit einem japanischen Kalkputz namens «Shikkui» herrichten lassen, weil, so Sugimoto, kein Material das Licht so gleichmässig reflektiere wie dieser Kalkputz… Die Arbeitsräume sind Teil der Arbeit geworden, und es resultierten daraus minimalistische Architekturfotografien.

(hierzu ein Artikel in reelfoto.blogspot)