KT.Color: Farbkonzepte mit Licht- und Schattenfarben

L 103 Farbkonzepte

(UPDATE: Dieses Seminar ist eine Voraussetzung, um bei kt.COLOR als Farbdesigner aufgenommen zu werden. Hier ist dagegen eine Zusammenfassung über die Farbe von Licht und Schatten)

In diesem 2tägigen Seminar (17. / 18. Januar) bei KT.Color wird altes Fachwissen „zurückgegeben“.

Die alte Malerschule unterscheidet – zu Recht – nach sogenannten Lichtfarben und Schattenfarben. Beim Erstellen von Farbkonzepten kann der Einsatz einer Licht- oder Schattenfarbe der Tupfen auf dem i sein und einen Raum stimmig, rund, harmonisch oder (im Extremfall) grell, laut und dissonant wirken lassen.

Le Corbusiers Salubra-Kollektion

Le Corbusiers Salubra-Kollektion

Im Bild sind jeweils zwei Spalten einer Farbfamilie aufgereiht – jeweils links die Schattenfarbe, rechts die Lichtfarbe einer Grundfarbe.

Schattenfarben sind jeweils stumpfer, blauer oder kühler als deren Lichtfarben-Pendants. Die alten Farbreihen (und insofern auch die Salubra-Reihe von Le Corbusier) ordnen die Farbnuancen nach Grundfarbe und Licht- / Schattenfarbe ein.

Ich will versuchen, zusammenzufassen: Wenn ich es recht verstanden habe, sind Katrin Trautweins Prinzipien der Farbgestaltung von 3 Säulen getragen:

Katrin Trautwein erklärt das Prinzip der Salubra-Farbkollektion von Le Corbusier

Katrin Trautwein erklärt das Prinzip der Salubra-Farbkollektion von Le Corbusier

«Lichtfarben» und «Schattenfarben»

Eine Lichfarbe ist im Prinzip eine wärmere Farbnuance, die ihre Leuchtkraft erst bei starker / direkter Beleuchtung in den Raum trägt. Im Schatten wirkt eine Lichtfarbe „grau“ oder stumpf, seine Schönheit und Brillanz gehen verloren.

Die Schattenfarbe ist nahliegenderweise ein kühlerer, „verblauter“ Farbton, der im Schatten nicht seine Brillanz behaupten muss, sondern seine verhaltenere Farbigkeit erst richtig entfalten kann. Besonders schöne Beispiele dafür sind die Umbra-Farben (von weiss bis schwarz). Im Schatten entfalten diese Farben ihre Pracht und beginnen zu vibrieren.

Lichtfarbe tritt in den Vordergrund, Schattenfarbe hält sich zurück (eigentlich ist es „nur“ angewandte Luftperspektive), aber genau damit lassen sich Räume (um-) gestalten, Raumteile akzentuieren oder eben in den Hintergrund treten lassen.

Hell – Dunkel

Helle Farben und insbesondere weisse Nuancen sind vorsichtig einzusetzen. Weiss und helle / grelle Farben sollten in dunklen Räumen nicht eingesetzt werden, sie betonen das fehlende Licht.

Dunkle Umgebungsfarben

betonen die Farbigkeit der Objekte im Raum, rahmen diese ein und treten ihnen gegenüber in den Hintergrund. Wunderbar in moderat belebten Räumen, für Bildergalerien etc.

Le Corbusier, der seine Gebäude dezidiert und sensibel mit Farben gestaltete, hat in seiner «Salubra» Farbkollektion die Reihen nach ebendiesen Kriterien präzise und sehr differenziert sortiert. Nur wenige haben einen derart sensiblen Umgang mit Farbe und deren Wirkung im und am Raum gepflegt wie er, und es ist insofern nicht verwunderlich, dass der Begriff « Corbusier-Farben » weiten Kreisen ein Begriff ist. Auch wenn nur Wenige ansatzweise verstehen, was sich dahinter verbirgt. Nicht zuletzt dank Frau Trautwein, Inhaberin der Firma KT.Color, ist der Begriff heute so stark verankert. Sie hat – neben anderen historischen Paletten – die alten Rezepturen der Saalburg-Kollektionen rekonstruiert, und ich kenne niemanden weit und breit, der oder die das zugrundeliegende Prinzip besser versteht als sie.

L 103 Farbkonzepte

L 103 Farbkonzepte – Lizenz zum Gestalten

Maler / Gestalter HfG